Prophetical events found in the Bible and in events of today (in German)

28. Februar 2004

Am 28.2.1999 begann ich meinen Brief, indem ich Micha 6 ff zitierte: "Hört doch, was der Herr sagt: ... Hört ihr Berge den Rechtsstreit des Herrn,... Denn der Herr tritt in einen Rechtsstreit mit seinem Volk... . Mein Volk, was habe ich dir getan und womit habe ich dich ermüdet? Sag aus gegen mich! Ja, ich habe dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt und aus dem Haus der Sklaverei erlöst... denk an den Übergang (z.B. im Nov. 1989), damit du die gerechten Taten des Herrn erkennst... Und was fordert der Herr von dir, als Recht zu üben und Treue zu lieben und demütig zu gehen mit deinem Gott."

In der Erwartung und Forderung Gottes, daß die Seinen demütig mit ihrem Gott gehen sollen, steckt Gottes Anspruch, daß er der König ist. Damals im Brief vom 28. Februar 1999 schloß ich an die oben zitierte Micha-Worte eine Aussage aus 1Samuel 8,9 an: Gott ist verletzt, daß sein Volk nicht ihn als König will, sondern einen aus eigenen Reihen. Obwohl Samuel die Konsequenzen einer solchen Herrschaft dem Volk mitgeteilt hatte, weigerte sich das Volk, auf die Stimme Samuels (Klartext: auf die Stimme Gottes) zu hören. "Sie sagten: Nein, ein König soll über uns sein, damit auch wir sind wie alle Nationen... ." Nirgends in der Schrift ermutigt Gott die Seinen, sich stolz über Menschen anderer Nationen zu erheben. Aber zu denen, die nicht an den Gott des Lebens und der Schrift glauben, neidisch hinzuschielen, das ist eine Beleidigung Gottes. Erst recht wird Gott verletzt, wenn die Seinen "ganz wie andere Völker" sein wollen. Ich nenne nun ein Beispiel aus der aufgeschriebenen Heilsgeschichte, daß sich ein Verbündeter Gottes einerseits zu seiner Andersartigkeit (Fremdheit) bekennt, aber dienliche Wege des Miteinander mit Menschen findet, die nicht Verbündete Gottes sind: 1Mose23,1: Sara war gestorben und Abraham braucht für sie ein Grab. Abraham war von den Leuten des Landes geachtet und großzügig wollte man ihm ein besonders vornehmes Grab zur Verfügung stellen. Aber Abraham betonte gerade angesichts von soviel Gunst seine Unabhängigkeit: "Ein Fremder bin ich unter euch!" Und er zeigt auch, daß er kein Schmarotzer ist und daß das Land für das Grab Saras von ihm bezahlt wird ("Wie es beim Händler gängig ist.") Abraham geht zurück auf den wirtschaftlichen Tausch (Kaufvertrag). Noch auf diese Weise belegt er seine Souveränität und sein Nichtintegriertsein. Ich verwies damals (28.2.99) auf Psalm 69, da sagt der Beter, daß er wegen seiner Treue zu Gott sogar bei seinen Brüdern zum Fremden geworden ist. Und daß in der Umgebung man Spottlieder auf ihn singt. Jesus sagt, daß um seinetwillen Entzweiung geschehen wird, daß seinetwillen Streit auch in die Hausgemeinschaft (Familie) kommt. Von Tobit ist berichtet, wie es zwischen ihm und seiner Frau zu schweren Mißverständnissen kam (auch insofern als Tobit seine Frau falsch verdächtigte, diese Sache ist nur nebenbei erwähnt. Offensichtlich lag Tobit mehr am Bündnis an Gott ). Und doch legt Tobit dem Sohn ans Herz, seine Mutter zu ehren, denn sie habe bei seiner Geburt viel mitgemacht. Was Tobit vielleicht nicht bewußt war: Sie stand auch nicht wenig durch bei der "Geburt" (Erwachsenwerden, Reifwerden) des Tobit (ihres Mannes). Es ist also nicht einfach , aus der Bibel schnell abzulesen, wie man sich verhalten muß, obwohl es da für bestimmte Situationen schon auch klare Worte gibt.

Ich rede aber nicht von den üblichen Erziehungs-Auseinandersetzungen, sondern von der Mühe, die der Bündnisweg mit Gott braucht. Von dieser Mühe ("mit allen Kräften... Gott lieben!")her kommen schon notwendige Abgrenzungen. Selbst die einfache Form von Konflikten (z.B. "Ich verstehe dies und jenes zwar nicht, aber ich fühle mich verpflichtet zuhelfen.") sorgt für Abgrenzungen, für die innere Ablösung, die gebraucht wird, damit Menschen einander nicht zu Königen machen.

29. Februar 2004

Im Brief vom 28.2.1999 berichtete ich biblische Einzelheiten von Mühen, die der Bündnisweg mit Gott mit sich bringt. Auch, daß diese Mühen damit zu tun haben, daß Gott sich zuerst auf Entwicklungsstufen des Menschen einläßt. Ich erinnerte an das Gebet Salomos, das zur Tempelweihe gesprochen wurde. Gott wollte zuerst keinen Tempel. Er gab aber den Menschen nach und er ging dann ohne Groll auf diesen Tempelbau-Willen ein. Es kam aber die Zeit, in der Jesus das sich Berufen auf den Tempel ("der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn") angriff. (ausdrücklich nenn ich dazu das stolze katholische Sichberufen auf die ununterbrochene Amtsnachfolge) Und dann verwies Jesus darauf, daß er selbst der wahre Tempel, das Haus Gottes ist. Im Gespräch mit der Samariterin sprach Jesus von der Zeit, in der man Gott "weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten wird" und daß dann ("die Stunde ist jetzt da") die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden, denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter." Gott erwartet also Mitgehen. Wer die Worte des Salomo bei der Tempelweihe neu bedenkt (Jesus ist der Tempel), wird merken, daß die einfache Übernahme biblischer Aussagen nicht geht, daß der Mensch seinen Lebensweg mit Gott gehen muß, auch um Worte der Schrift recht zu verstehen. Daß aber oft für diesen Weg weite Wege früherer Menschen mitgegangen werden müssen. So wie Jesus z.B.40 Tage in der Wüste war, wie zu einer Zusammenfassung des Auszugs aus Ägypten und Hingehen zum neuen Land.

Als ich heute im Kirchenfunk hörte, daß der Theologe Karl Rahner "wie besessen" die Kirchenväter studierte und daß ihm das Vorhaben "Jesus ja, Kirche nein" ein Greuel sei, da merkte ich, wie gut es für mich war, daß ich bei allem früheren Verständnis für kirchliche Sitten, nie hätte einwilligen können, Menschen unbedingten Gehorsam zu versprechen. Erst in der vergangenen Woche (Februar 2004) hatte ich vollstes Verständnis für einen Mann, der im Fernsehen sagte, daß ihm das unbedingte Gehorsamsversprechen für Hitler sehr zusetzte.

Ich fröne ja nicht dem Satz "Kirche nein", aber ich sehe mich mit Gottes Volk (gerade seit dem Auszug aus Ägypten an) verbunden. Ich habe immer wieder Beispiele gebracht, in denen deutlich wird, wie Christus die Schätze der Heilszeit neu aufleben läßt. Ich gehe also nicht wie Rahner von einem von Menschen vererbten Glauben aus. Das, was Menschen mir an Religiosität vererbten, mußte ich um Gottes Willen ablegen. Menschen (frühere und jetzige) bezeugten und bezeugen, was sie von Gott erfassen durften. Ich sehe sie also nicht als Erbasser an und nur Gott werde ich unbedingt gehorsam sein. Wieviel Gutes und Wahres der Theologe Rahner auch sagte und schrieb, er hat wie alle, die das verderbende Versprechen des unbedingten Menschengehorsams ablegten und nie als Hohn für die unbedingte Treue die Gott gehört, begriffen, ganz und gar nicht harmlose blinde Flecken. Die Folge ist, sie merken gar nicht, wo sie ja zu Gott sagen und nein tun. Es gibt Mitteilungen von Gott, die an einen Menschen (an die vielen Menschen) mit dieser Blockade im Herzen und im Kopf einfach nicht durchkommen. Auf das Wort Blockade kam ich durch ein gleichnishaftes Erlebnis: Im vergangenen Herbst schwebte über Regensburg ein Heißluftballon, der ganz groß einen Ottoversandkatalog darstellte. Es war komisch: Ich hatte nicht zum ersten Mal diesen Katalog angefordet, aber nicht bekommen, aber alle folgenden kleineren Ottogutscheine für den Fall, daß man innerhalb einer bestimmten Frist bestellt. Zuerst war ein Fragebogen dabei. Die erste Frage lautete: Haben Sie den Katalog bekommen? :Ich kreuzte das Nein an. Es kam aber kein Hauptkatalog. Mehrfach rief ich an. Jedesmal wurde mir versprochen, daß man die Zusendung des Katalogs veranlasse. Ich hatte einen bestimmten Kundenwunsch, den mir die Versandhäuser Quelle und Neckermann nicht erfüllen konnten. Ich brauchte den Artickel aber noch in diesem Winter. Bei erneutem Anruf stieß ich auf eine sehr hilfsbereite Frau, sie gab aber dann doch gleich Bescheid, daß die Saison zu Ende geht und kein Katalog mehr zu haben sei. Ich soll ihr meinen Kundenwunsch nennen. Sie wolle für mich auf die Suche gehen. Sie gab sich große Mühe. Immer wieder fragte sie mich: Haben Sie noch Zeit? Ich bejahte, weil ich den spezielle Bedarf hatte. Sie suchte in den verschiedensten Katalogen und wurde fündig und wir waren mit dem Artikel zufrieden. Es kam die neue Saison und wieder kam kein Katalog. Wieder kamen die üblichen Kundeninformationen und wieder versprach man den Katalog zuzusenden und wieder kam nichts. Mein Mann sagte: Da muß es im Computerssystem eine Sperre geben, die anzeigt, als wäre der Katalog zugesandt, obwohl es gar nicht stimmt. Ich jedenfalls gebe es auf, erneut zu telefonieren. Doch zurück zum Gleichnis: Warum sollte sich Gott einer altgewordenen Kirche so sehr verpflichtet fühlen, daß er ihr die Hauptverantwortung überlassen soll, wenn die vorandrängende Zeit nichts mehr erfordert, daß der Mensch lernt, wem er zuerst und zuletzt verpflichtet ist. Wenn es aber für dieses erste Hauptgebot gerade in der Kirche das Ärgernis der Blockade für die erste Treue gibt. Und diese Blockade in jedes Menschenhirn eingepflanzt wird, das amtlich Verantwortung (Macht und Ansehen als Beispiel)in der Kirche erhält? Wenn Rahner vom großen Schatz dieser Kirche spricht, dann tut er ja gerade so, als habe die jetzige Kirche Besitzansprüche an frühere Menschen. Ich weiß nicht, ob in der "anderen Welt" (zum Beispiel in Vorhöfen Gottes) Menschen , die für die Kirche lebten, eine neue Chance erhalten, daß sie zuerst noch selbst entscheiden, daß ihre Schätze Gott selbst gegönnt sind. Es könnte aber auch sein, daß Gott gar nicht mehr lange fragt, sondern die Zeit gekommen sieht, wahr zu machen, was er einmal sinngemäß so ankündigte: Er nimmt den Unansprechbaren, was sie zu haben glauben. Ich denke, es kommt die Zeit, in der jeder einfach froh ist, zum Volk Gottes zu gehören, auch wenn dieses Volk Gottes alles andere als viele rühmliche Zeiten vorweisen kann. Wenn ich kürzlich schrieb, daß der Name Israel als Kämpfer gegen Gott gedeutet werden kann, dann werde ich an eigene Phasen erinnert, in denen ich zwar nicht rief: "Kreuzige ihn". In denen ich aber mitten im religiösen Tun Gottes ureigenstes Eingreifen eigentlich nicht wollte, sondern mich lieber auf religiöse Väter- und Meister- Vollmacht, also auf ihr Machtwort verließ. Aber, wenn Rahner auf den Reichtum und den vielfältigen Schatz der Kirche verweist und auf die Sehnsüchte und Gebete und Glaubensefahrungen von Jahrhunderten, dann hat das auch mit seiner Verheiratung mit seinem Orden und dessen Verheiratung mit der offiziellen Kirche zu tun. Als kürzlich im Kirchenfunk ein Mystisches Erlebnis so beschrieben wurde: "Das ist der Geist vom Jgnatius von Loyala", da tat mir das weh. Wenn in einer Danielvision vorausgesgt wird, daß es Zeiten geben wird, in denen Gott die Gebete weggenommen werden, dann kann das auch heißen, daß es Zeiten geben wird, in denen man Gott seine Erfolge (seine Machterweise) raubt und anderen gibt (Maria hat geholfen). Daß es Gott sehr verletzt, wenn er sich nicht vor dem Volk als heilig (als mächtig) erweisen kann, das zeigt sich an der nicht zurückgenommenen Strafe für Mose (für sein Verhalten beim Haderwasser).

Ich denke, es ist kein Zufall, daß der Gründer des Jesuitenordens Ignatius von Loyola heißt. Im Duden steht, loyal: redlich, aber auch: regierungstreu. Ich nehme Rahner ab, daß er versuchte, redlich Kirchen- regierungstreu zu sein. Es will mir aber nicht in den Kopf, daß sonst so gescheite Leute nicht merken, welche Verletzung der Treue zu Gott geschieht, mit einem durch und durch unmoralischem Versprechen (unbedingte Menschentreue). Das hat auch Beispielwirkung auf Lutheraner. Seine Beamten reden zwar nicht von unfehlbar, sie behandeln aber nicht wenige von Luthers eigenmächtigen Aussagen (um die geht es mir hier in diesem Zusammenhang) als sei Luther unfehlbar gewesen. Wenn es für Karl Rahner zu Lebzeiten "ganz klar" war, daß die Kirche der Ort der bleibenden Präsenz Jesu Christi sei, dann hat diese "unangreifbare Sicherheit" etwas mit einem Versprechen zu tun, daß in zweifacher Hinsicht mit Ungehorsam vor Gott zu tun hat. Den zweiten Grund muß ich noch nennen: Auf Jesus kann man ein Gelöbnis nicht zurückführen, der sagte nämlich: Eure Rede sei ja und nein alles andere kommt vom Teufel.

1. März 2004

Gestern Abend sah ich Teile eines Spätfilms. Ein Jude verlor seinen Sohn, weil Ärzte keine Zeit hatten, den entzündeten Blinddarm rechtzeitig zu entfernen. Ich war im Schulalter als ein wenige Jahre jüngerer Cousin an der nicht rechtzeitig erkannten Blinddarmentzündung starb. Im Film tötete der Vater des Kindes in seinem ersten Schmerz drei Verantwortliche des Krankenhauses, in das man das Kind rechtzeitig gebracht hatte. Der Mann, ein Jude, hatte zwei wichtige Grundsätze. Der erste half ihm auch, das Sichbekennen seiner Ehefrau zu einem Ehebruch, relativ schnell zu verkraften. Der Grundsatz lautete: Jeder Mensch sündigt, es wird ihm verziehen, wenn er die Sünde bekennt. Der zweite Grundsatz lautete: Wenn man weiß, was richtiges Tun ist, fällt das richtige Tun leicht. Nun kam im Film eine Art Entwicklungsgeschichte des Anwalts hinzu. Zunächst war er seiner Frau gegenüber so offen, daß er mit seinem Zynismus nicht zurückhielt. Er sagte, daß er den drei Toten die berufliche Karriere verdanken wird, denn er sah sich schon als Prozeßgewinner, der es schafft, dem Mörder die Schuldzuweisung zu ersparen und auf Unzurechnungsfähigkeit hin zu arbeiten. Er hatte aber nicht damit gerechnet, daß der Mörder darauf bestand, für den Mord bestraft zu werden. Als der Jude vor Gericht seine Haltung deutlich machte, waren sich die Maßgeblichen einig, daß der Mann alleine wegen dieser "Dummheit" psychisch krank, also unzurechnungsfähig sei. Denn ein geistig Gesunder weiß um die Konsequenzen einer solchen Aussage und eines solchen Verhaltens, nämlich lebenslänglich Gefängnis. Der Jude betonte, daß er das weiß, und daß er keineswegs geistig verwirrt sei. Der Anwalt vertrat vor Gericht offen, daß er vom Angeklagten gelernt hatte (wenn man weiß, was richtiges Tun ist, fällt das Tun leicht) und daß endlich einmal vor Gericht, juristisches Recht und Gerechtigkeit zusammen kommen. Ich weiß, daß die nun folgende Pointe des Films alles andere als eine spaßige Übertreibung ist: Der Anwalt brauchte seine ganze Intelligenz und Wortgewandtheit, um vor den Anwesenden im Gerichtssaal zu beweisen, daß weder der Angeklagte, noch er selbst geistig unzurechnungsfähig ist. Und er sagte auch, daß er sehr wohl um die für ihn absehbare berufliche Benachteiligung weiß. Er wisse aber auch, daß der Grundsatz des Angeklagten stimmig sei: Wenn man weiß, was richtiges Handeln sei, dann fällt das rechte Tun leicht. Der Angeklagte war sichtlich zufrieden darüber, daß er schuldig gesprochen wurde, daß das Bekenntnis zu seiner Schuld anerkannt wurde und nicht behauptet wurde, er sei zur Schuld unfähig, weil geistig unzurechnungsfähig.

Ich bin überzeugt, daß nicht wenige Verstorbene die Chance erhalten (und nach langen Läuterungswegen auch ergreifen), eigenes Tun als Schuld anzuerkennen, obwohl dieses Tun zu Lebzeiten fraglos als richtiges Tun eingeordnet wurde, bloß weil z.B.viele genauso fraglos Gelöbnisse ablegten und dabei sogar ausdrücklich Menschen ihren unbedingten Gehorsam gelobten. Mir fällt auf, daß nicht wenige sogenannte Nahtod-Erlebnisse signalisieren: man ging durch einen dunklen Tunnel und dann war die Lichtbegegnung und alles war gut. Ich habe sehr viele Menschen davon reden hören, daß so das Sterben und die Aufnahme in die befreite Lichtwelt geschieht. Ich selbst habe bei einem solchen Erlebnis auch Dunkelheit erlebt und mitten in dieser Dunkelheit war ich einer ganz und gar nicht harmlosen Erprobung ausgesetzt, bevor von weit her der unerhört helle Morgenstern (das ist ein biblisches Bild für Christus, das eifriger Volksglaube dann Maria andichtete) mir zu Hilfe kam. Ich las ein einziges Mal einen Nahtod- Bericht, in dem der Betroffene erschrocken sehen mußte, in welchem Beziehungsgeflecht dieses und jenes ungute Tun entstand. Um nun beim Thema "unbedingter Menschengehorsam" zu bleiben, muß ich sagen, daß ich sehr wohl weiß, daß sich Theologen zu diesem Versprechen schöne, sie entlastende Fußnoten machten. Das ändert aber gar nichts an der Ungeheuerlichkeit eines solchen klar und deutlich ausgesprochenen Versprechens. Wenn es nicht so gemeint sein soll, wie es anzuhören ist, muß ein Amtsversprechen anders geschehen. Kein Mensch kann Gott verpflichten, nocheinmal nach dem Sterben eine zweite Chance zu geben. Wenn er es aber tut, wird dann auch das aus diesem Versprechen resultierende Schuldgeflecht offenkundig werden, wieviel Verrat und Untreue, wieviel mitverschuldete Blindheit (zum Beispiel bei sündig entstandenen Dogmen) und zu welchen Ärgernissen (z.B. das schlechte Beispiel für Laien) dieses Greuel- Versprechen nach sich zog. Zur Zeit ist es doch so, wie im gestrigen Filmgerichtssaal: Was ist man sich doch in den maßgeblichen Kreisen einig darüber, wie unmöglich meine Aussagen sind. Es gibt aber nicht wenige aus diesen unbedingt der Menschenobrigkeit gehorsamen Kreisen, denen ich die einzelnen Schritte des Ablegens meines von den Führenden übernommenen Menschengehorsams mitteilte. Da war keineswegs die von Rahner befürchtete "arrogante Selbstüberschätzung" im Spiel. Da gab es mühevolles Aufwachen und es gab etwas, wovon ich bei Kirchenführern nie hörte, nämlich, daß man in eigener Ratlosigkeit (wegen einer Glaubensfrage) Gott fragt und hofft, daß er zur rechten Zeit eine Antwort gibt. Da konnte wiederum redliches Warten notwendig werden. Und dann konnte es sein, daß mir ein Mensch etwas Auffallendes berichtete und ich war betroffen, wie deutlich in diesem Zeugnis Gottes Antwort steckte, auf eine bis dahin für mich offene Frage. Gottes Fügungen sind überaus vielfältig, sie führten bis dahin, daß man sagen kann: Jetzt habe ich Grund genug, Sicherheit genug, Gott gab mir Antwort auf meine Frage. Die Schrift war zusammen mit Ereignissen im Leben eine große Hilfe. Es gibt in der Bibel Aussagen, die nicht vom Himmel sind. Die werden eines Tages (wenn die Bibel nicht mehr gebraucht wird) gelöscht sein. Vorläufig werden solche Aussagen (z.B. manche Aussage des Kohelet) als Schulungshilfe für das horchende Lesen und für wachsame Mensch zu Mensch-Begegnungen gebraucht. Auch, damit man im Umgang mit Menschen nicht deswegen wahre Mitteilungen, ja Prophetisches verwirft, weil dicht neben wahren Aussagen Halbwahrheit und die Unwahrheit stehen.

Wenn Rahner sagt, daß der "ererbte Glaube" gewiß auch immer der Angefochtene und der Anfechtbare war, aber auch immer als derjenige erfahren wurde, der fragt: "wollt auch ihr gehen", dann setzt Rahner auf nicht ungefährliche Art und Weise das Ererbte, die Tradition mit Christus gleich. Das ist eine schlimme Verwechslung , die wohl nicht wenig mit dem oben genannten Greuel- Versprechen zu tun hat. Wenn gesagt wird, daß Rahner den ganzen akademischen Schwulst nicht so ernst nahm, warum las er dann die "antiken Kirchenväter" wie besessen? Warum fiel ihm nie auf, daß alleine dieser Rang und Titel "Kirchen- Väter"ein Affront gegen Jesu ausdrückliche Weisung war und ist? Es wäre wohl hilfreich und anständig gewesen, wenn Rahner in so mancher Frage klar und deutlich gesagt hätte: Jesus ja, Kirche nein!

Und nun rede ich als gewöhnlicher Arbeiter, der auf dem Erntefeld Gottes arbeitet und der keineswegs neidisch auf die ist, die wegen der Tradition den Weg religiöser Eliten gingen. Ich denke, es wird schnell klar, daß es nicht meine Aufgabe ist, das was andere an berechtigtem Lob für Rahner weitersagen zu wiederholen. Ich sage das, was elitären Nachrufschreibern nicht auffällt: Ich kann ja manches Fremdwort auch verstehen und einmal dufte ich im Lauf meiner Ausbildung auch etwas am Fach Philosophie lecken. Ich war damals noch nicht Arbeiterin im Weinberg Gottes, sondern angepaßter "praktizierender Christ." Ich hatte während des Anpassungsprozesses über die religiösen Lehrmeister und Väter mitbekommen, daß der geistige Rang von Philosophie (und teilweise auch der von Psychologie) höher veranschlagt wird als Glaube. So kam es, daß ich nicht wenig stolz auf meinen Philosophieabschluß (eine glatte Eins, das war keineswegs die Norm im Kurs) war. Ich referierte in meiner mündlichen Prüfung über Aristoteles Aussagen zur Entelechie. Später merkte ich, wie störend für mich philosophische Begriffe in Glaubensangelegenheit wurden. Ich weiß zwar, was Rahner mit mancher religiös- philosophischen Aussage meint, Es tut aber meinem Bündnisgefühl für Gott weh, wenn ich höre, daß von einer "absoluten Instanz" geredet wird, wenn Gott gemeint ist. Aber, ich kann Rahner mit seiner eigenen Ausdrucksweise fragen: Wenn für Sie Gott die absolute Instanz ist, erlauben Sie dann auch Gott, daß er mit Ihrer "hartnackigen" Kirchlichkeit nicht einverstanden ist? Man bedenke Jesu resignativ klingende Frage: Wird der Menschensohn bei seinem Wiederkommen noch Glauben vorfinden? Und ich frage weiter: Wird die Kirche es schaffen bis zum Wiederkommen dessen ,den sie Herr nennt, ihre frevelhaften Menschensatzungen (manches Dogma gehört dazu) als Ärgernis bekannt und bereut zu haben? Ob Rahners hartnackige Kirchlichkeit es erlaubt, daß Gott die hartnackige Kirche links liegen läßt und auf neuen Wegen gelebten Glauben in einer Gemeinschaft ermöglicht?, daß er dort mitten unter den Menschen ist, wo zwei oder drei in seinem Namen zusammen sind. ? Versprach das nicht Jesus selbst?. Und was meinte er als er die Kostbarkeit ansprach, daß ein Mensch in seine Kammer geht und die Türe hinter sich zumacht, um im Verborgenen zu Beten. Und wenn dieser Mensch dann in seinem Zimmer horchend die Schrift liest, darf man dann abfällig von "privater Lektüre" reden? Wen dieser Mensch egozentrische Absichten hat, dann wird er sie in der Gemeischaft ausleben und er wird sie dann auch ganz privat ausleben. Wenn ich dem lebendigen Gott gehorsam bin, drücke ich mich nicht vor Gemeinschaft im Glauben, wenn das dran ist und ich schließe die Kammertüre hinter mir, wenn das dran ist.

Im gestrigen Radio- Beitrag wurde gesagt, daß es für Rahner die "atemberaubende Aufgabe heutiger Theolgie" sei, den Menschen die Spuren Gottes in sich bewußt zu machen. Ja, ich denke auch, daß es das anonyme Christentum gibt. Aber, ich hütete mich in der Berufsschule im Religionsunterricht an die jungen Leute heran zu reden, was alles ohne ihr Zutun in ihnen von Gottes Nähe zeugt. Wenn ich eigene Lebensphasen halbwegs richtig beurteile, dann waren auch solche Strecken ein Weg mit Gott, auf denen ich offensichtlich recht weltlich dachte. Aber, es gab die nachträgliche Frage an mich (z.B. mithilfe eines rückblickenden Traums): Ist es dir recht gewesen? Ich denke von der Beantwortung dieser Frage hängt die Entscheidung Gottes ab, ob er mich weiter mit seinen Spuren begleitet, oder ob Gott sich zurückzieht.

Jesu Erdenleben zeigt, daß er Entscheidungen von Menschen provozierte und dann sowohl das Ja zu ihm verstärkte als auch dort verstärkend nachhalf, wo das Nein zu seiner Botschaft zunächst nicht deutlich genug zu Tage kam. Jesus schied die Geisteshaltungen.

Ich kann gut verstehen, wenn Rahner das ängstliche Bewachen korrekter Lehren der Kirche angreift. Mich motiviert jedoch das Wort, das Gott zu einem der Freunde Hiobs sagte sehr, meine Freundschaft zu Gott hin durch wahres Reden von Gott zu belegen. Hiob 42,7: "... da sprach der Herr zu Elifas, dem Temaniter: Mein Zorn ist enbrannt gegen dich und deine beiden Freunde: Denn ihr habt über mich nicht Wahres (oder: Zuverlässiges, etwas, was Bestand hat) geredet, wie mein Knecht Hiob." Wer die Aussagen der Freunde liest, wird merken, da wurde zum Teil nicht schlecht theologisiert, es gab aber eine Grundtendenz, Hiobs Glaubwürdigkeit zu untergraben, Hiobs Redlichkeit anzugreifen, ihn als Sünder hinzustellen, den Gott bestrafen muß. Daß Gott ein Interesse daran habe, daß der Mensch schuldig vor ihm wird. Und daß es kein Leiden des Menschen ohne seine Schuld gibt. An dieser Stelle wende ich ein, daß ich auch denke, daß hinter dem Leiden Sünde treibend steht. Daß es aber keineswegs der Leidende sein muß, der Schuld an seinem Leiden hat. Es gibt jedoch eine Aussage Jesu, daß es den Fall gibt, daß ein Mensch an seinem Leiden zumindest mitschuldig ist. Jesus sagt zum Gelähmten als er ihn geheilt hatte: sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres widerfährt.

Bevor Gott vor Hiobs Freunden Hiobs Rede von ihm als wahr bezeichnet, hatte Gott Hiob auch getadelt, aber nicht seine Redlichkeit angezweifelt. Gott wies Hiob zurecht, wie ein Freund wohlwollend seinen Freund zurechtweist, wenn dieser in seiner Verzweiflung falsche Vorwürfe formulierte, nun aber mehr erfahren kann, wie es zur Verzweiflung kam.

Es war aber Gott nicht entgangen, daß Hiob mitten im großen Leid Partei für Gott und gegen die theologischen Behauptungen der Freunde über Gott ergriff. Hiob sprach dabei von Gottes verkannter Macht und Weisheit. An einer Stelle (Hiob 13, 7)sagt Hiob zu seinen Freunden: "Wollt ihr für Gott Verkehrtes vorbringen (für ihn mit Falschem werben)... Wollt ihr seine Partei ergreifen?, oder wollt ihr für Gott (an Gottes Stelle?) den Rechtsstreit führen? Wird es gut für euch sein, wenn er euch erforscht (wenn eure Motive offenkundig werden)? Oder wollt ihr ihn täuschen (denkt ihr etwa, ihr könnt das mit eurer gestochen scharfen theolgischen Rhetorik)?" Hiobs Freund Elifas greift Hiob neu an (Hiob 15,9ff): "Was hast du erkannt, das wir nicht erkannt hätten? Was verstehst du, das uns nicht bekannt wäre? Unter uns sind auch Alte, auch Greise, reicher an Tagen als dein Vater ( wir kennen uns aus in den Theologien der berühmten Rabbis und der antiken Kirchenväter)... Was ist der Mensch, daß er rein dastehen könnte... was ich geschaut habe, will ich dir erzählen, was die Weisen mitgeteilt und nicht verhehlt haben." Die Beschuldigungen der Freund Hiobs nehmen an Härte zu, da wehrt Hiob sich erneut: "Warum jagt ihr mir nach wie Gott und könnt von meinem Fleisch nicht satt werden... Doch ich weiß: Mein Erlöser lebt, und als der letzte wird er über dem Staub (über der vergänglichen Welt) stehen. Und nachdem man meine Haut so zerschunden hat, werde ich doch aus meinem Fleisch Gott schauen... meine Augen werden ihn sehen, aber nicht als Fremden... Erkennt: Es gibt einen Richter." An dieser Stelle muß ich es sagen: Es gibt so vermessene Behauptungen, die als kirchliche Glaubenswahrheiten an die Leute verkauft werden, daß ich anzweifeln muß, daß da noch der Glaube da ist, daß Gott das Gericht in seinen Händen hat. Ich sehe nun zufällig Hiob 21,27 und bin betroffen über die aktuelle vielfältige Auslegbarkeit: "Siehe, ich erkenne eure Gedanken, und die Anschläge, die ihr gegen mich ersinnt." In Hiob 22,21 rät Elifas Hiob zur Friedfertigkeit mit Gott. Ich kenne solche Rat Schläge . Es steckt hinter diesem Trick, versteckte oder offene Vorwürfe zu formulieren eine neureiche "Christen"- Mentalität mithilfe von Psychologie und buddhistischen Harmonielehren unbequeme Wahrheiten aus der Welt zu schaffen und gerade so zu tun, als erschöpfe sich Jesu Nachricht im Ruhigstellen derer, die eigentlich seine Zeugen sein sollten. Sie nennen es "Frieden mit sich selbst" und sie sagen, das sei die Voraussetzung, um Eins mit dem Göttlichen zu werden.

Zu Rahners Anhänglichkeit hinsichtlich kirchlicher Bräuche muß ich etwas nachtragen, was ich wohl noch zu der Zeit im Radio hörte als er noch lebte. Er vertrat mit großem Engagement die Anbetung vor dem Tabernakel. Nun ist es nicht meine Sache, zu beurteilen, wie sehr oder wie wenig Gott mit dieser Form der Anbetung einverstanden war. Ich fühle mich aber verpflichtet mitzuteilen, daß ich seit Jahren "Grund genug" dafür hatte, weder an diesem Ort ("Berg")noch an jenem ("noch in Jerusalem", siehe Joh.4,21) vor einem Tabernakel anzubeten. Für mich ist nämlich nicht ausschlaggebend, was der Lehrer Rahner oder die Lehrer XYZ dazu sagen. Für mich ist wichtig, die Stunde Jesu nicht zu versäumen. Es gab zum Beispiel im Alten Testament die Zeit, in der Gott sich dem Menschenwunsch beugte, sozusagen trotz vorherigem klarem Nein. in einem von Menschen gebauten Haus wohnen zu wollen, doch Wohnung zu nehmen in dem von Salomon gebauten Tempel. Und dann kam die Zeit, in der ein Prophet den Auszug Gottes aus dem Tempel bezeugen mußte.

Der Anfang meines Aufhorchens für Gottes Signale und für frisches Fragen nach Gottes Absicht waren Ärgernisse, die ich bei Fronleichnamsprozessionen sah.

Aufhorchen ließen mich auch zwei biblische Ereignisse: einmal, daß Gott ausdrücklich nicht wollte, daß Reste vom Paschalamm übrigbleiben. Die Tischgemeinschaft sollte so groß sein, daß keine Reste übrigbleiben.

Das zweite biblische Ereignis ist der von Gott verbotene Kult um die gegen Gottes Weisung "aufgehobene" eherne Schlange. Das was zuerst auf Gottes Weisung hin helfend war, wurde dann heidnischer Gegenstandskult bis ein Gott gehorsamer König für die Vernichtung sorgte.

Ich habe eine Frage: Darf man das konsequente Hören auf Gottes Signale etwa "arrogante Selbstüberschätzung" nennen? Muß ich nicht den Verteidigen der kirchlich gewordenen Traditionen in diesem und jenem Fall verstockten Ungehorsam gegenüber Gottes Herausforderung vorwerfen und arrogante Überschätzung von sinnlos gewordenen ( oder von Anfang an sinnlosen) Sitten? Könnte die Tatsache, daß "Traditions orientierte Institutionen" ihre Bindekraft verlieren, mit der fehlenden Rückbindung an Gott selbst zu tun haben? Und mit der fehlenden Bereitschaft, Menschenerdachtes zugunsten von Gottes lebendiger Absicht abzulegen?

2. März 2004

Wenn mir jemand sagt: "Jesus ja, Kirche nein", dann sag ich: Wenn dieses dein Ja wirklich ernst gemeint ist, dann wirst du zur rechten Zeit Glaubensgemeinschaft mivollziehen. Und denen, die schnell ihr Urteil "arrogante Selbstüberschätzung" daherbringen, muß ich sagen: Was ist das für eine arrogante Selbstüberschätzung eurer Ansammlungen und welch freche Unterschätzung dessen, den ihr Herr nennt, steckt hinter eurer Verurteilung und Verleumdung. Das erlaube ich mir zu sagen, obwohl ich weiß, daß nicht wenige das Ja zu Jesus reichlich bequem und reichlich distanziert als faule Ausrede benutzen. Sehr oft hatten diese Leute in der Zeit, in der sie noch nicht ihr Nein zu Kirche sagten, wenige Herausforderungen zu einer selbstbestimmten Entscheidung erlebt. Da ist übrigens der Trend vergangener Jahrzehnte, dem Einzelnen die Nähe Gottes, auch ohne Entscheidung für ihn, einzureden, nicht selten mitbeteiligt.

Ja, ich bin vom anonymen Christsein überzeugt und ich glaube nicht, daß Jesus vereinnahmende Missionierung wollte. Ich sehe aber an Jesu Art, daß er den Menschen half, zu einer Entscheidung zu kommen. Ein Nein kann auf lange Sicht hin gesehen, besser sein als keine Entscheidung. Es wird lebendiges Horchen zu Gott hin gebraucht, damit Hilfe zur Entscheidung nicht entgleist zu einer von Jesus verbotenen Meisterrolle. Für mich ist Jesu Wort: Ihr sollt meine Zeugen sein, ein solch schmaler Weg, daß weder eigensinniges Herausfordern, noch gleichgültiges Sichselbstüberlassen von Menschen, die spürbar einem befristet aufgetragen sind, ein gangbarer Weg sind. Nun kommt mir wiedereinmal Gottes Fügung zu Hilfe: Mitten im letzten Satz meldet sich unsere Tochter zu Wort und sie sagt: "Halte mal die folgenden Worte fest: "encouraging to think", ich erklär dir nachher mehr." Es mußte zuerst ein Telefonanruf angenommen werden und dann erklärte sie mir, worum es geht: Wir erhielten heute Morgen vom Verlag die Englisch Übersetzung der Buchbesprechung meines Buchs (Sieglinde Jehle Vom verdorbenen und vom guten Sauerteig, ISBN3- 8267- 5424-7) das auf der Londoner Buchmesse (ab 14. März) vorgestellt wird. Wir sollen diese Besprechung (den Werbetext) prüfen, ob wir damit einverstanden sind. Im deutschen Text hieß es, meine Aussagen seien "nachdenklich machend". Unsere Tochter fand die Übersetzung:" making thoughtful" zu kontemplativ, zu passiv und sie verbesserte die Übersetzung so: "encouraging to think". Ich war über diese Worte sehr froh, weil ich mir etwas hilflos vorkam, den schmalen Weg für das Zeugnisgeben zu beschreiben.

Als ich vorhin schrieb: "Nun kommt mir wieder einmal Gottes Fügung zu Hilfe." Und: "Es mußte zuerst ein Telefonat angenommen werden," hatte ich noch gar nicht den vollen Umfang der Fügungen erfaßt. Es war nämlich ein Anruf vom Cornelia Goethe Verlag wegen meines Beitrags für die Anthologie "Neue Literatur Frühjahr 2004". Erst eine Weile nach dem Anruf wurde mir bewußt, welche Überschrift mein Beitrag hat: "Fügungen".

Nun muß ich aber doch herausstellen, daß es Mitteilungen gab (Zeugnisgeben gab), das drängender war als nur "nachdenklich machen" Es gab z.B. Mahnungen an Verantwortliche (nachprüfbar dringliche Mahnungen), daß bei Verwerfen eines solch wichtigen Zeugnisses akut wird, was Jesus seinen Jüngern für eine solche Situation sagt: Schüttelt den Staub von euren Schuhen (als Zeichen der Aufkündigung jeglicher Gemeinschaft) und sagt: Sodom und Gomorrha wird es am Tag des Gerichts besser gehen als euch!

Seit 1990/ 1991 schrieb ich über handgeschriebenen Glaubensbriefe den Satz: "Prophetical events found in the Bible and in events of today (in German)". Ich bastelte mir diese Überschrift zusammen und unsere Tochter sagte dazu: Es ist zwar kein gutes Englisch, aber, es drückt etwas von deiner Absicht aus. Ich versichere: Zu der Zeit hatte ich noch nie das heute oft für selbstgemachte Ereignisse übliche Wort events gehört. Ich kannte es aus der Schule als das englische Wort für Ereinisse. Ich sage das heute, weil ich am 29.2.04 in einer evangelischen Radiosendung über heutige religiöse Trends hörte: "Die Eventisierung des Religiösen nimmt zu.

Jesus war so undiplomatisch, durch seine Aussagen (Johannes 6,27- 70) und Forderungen selbst viele seiner Jünger so zu enttäuschen, daß sie murrten und sich von ihm abwandten und Jesus dann zu den Zwölfen sagte: Wollt auch ihr gehen? Zu Rahners Werbung für Kirchentreue Jesu Worte: "Wollt auch ihr gehen? zu benützen, möchte ich Worte Jesu aus diesem Johannestext zitieren: "Nicht Mose (Analogie: nicht die Kirche) hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahrhaftige Brot aus dem Himmel."

Wenn Jesus die Gebetsbitte lehrt: "Unser täglich Brot gib uns heute" ist erst einmal alles gemeint, was der Mensch zum physischen Leben braucht. Ich spüre aber auch die andere Ebene heraus, auch aus den Worten "gib uns heute". Ein wichtiger Grund, weshalb ein glaubender Christ sich nicht stolz über Nichtchristen erheben kann, ist, daß Glaube kein Besitz ist, den man sozusagen in einem Tressor lagern kann. Es wird täglich das Brot vom Himmel gebraucht, die innere Lebendigkeit, die kein Mensch einfach aus seinem eigenen Inneren machen kann. Wenn ein Mensch anonymer Christ ist, gibt es schon das Ja dieses Menschen zur Annahme dieses Brotes vom Himmel. Und nun bekenne ich aber doch, daß ich Gott sehr dankbar bin, daß ich um die Herkunft dieses Brotes weiß, daß ich bewußt mein Ja zum Messias sagen darf.: Wenn ich jederzeit von meinem inneren Mangel, ja von einer erkaltenden Liebe zu Gott überrascht werden kann, dann weiß ich um den Namen dessen, den ich um Hilfe rufen kann. Ich möchte deshalb mit keinem Menschen tauschen, der diesen Namen nicht kennt. Obwohl ich weiß, Gott hat Wege, wie er einem Menschen , der nicht den Namen des Messias kennt, Zugang zu seinem Sohn geben kann, bin ich doch sehr dankbar, daß ich selbst Initiative ergreifen darf und den Namen des Retters anrufen kann. Dazu gehört aber auch, daß ich ja sagen will zu all den Variationen des Brotes vom Himmel. Es kann Tage geben, an denen für mich "wenig mehr ist", also gerade keine besonderen Glaubensereignisse verspürt werden können. Das muß mir keineswegs Angst machen, es kann aber dann das ausgesprochene Bitten um Gottes Geist meine Aufgabe sein. Und es wird dann das Wachsamwerden für Gottes verborgene, unspektakuläre Spuren neu bewußt mobilisiert. Wenn dann tiefgehende oder auch erschütternde Glaubenserlebnisse mir von Gott geschenkt werden, bin ich umso dankbarer. Die Bitte um das tägliche Brot vom Himmel gibt mir einerseits Zuversicht, daß Gott mich nicht im Stich läßt, diese Bitte verbietet mir aber falschen Stolz und törichte Selbstsicherheit.

Am 28.2.1999 schrieb ich, daß aus biblisch gültigen Aussagen hervorgeht, daß es Gottes Absicht ist, daß Menschen, die den glimmenden Docht neu von ihm anfachen lassen, frühere Stadien doch noch zu Ende bringen, mit guten Früchten. Das ist mein Zeugnis, das Menschen ermutigen zum Nachdenken und Neuentscheiden bringen soll. Ich werde ihnen nicht einreden, daß sie ohne ihren eigenen Entschluß, den, der hinter ihren guten Lebensentscheiden steht, anzuerkennen doch schon für Gott o.k. sind. Die Entscheidung für Gott, auch wenn sie im Einzelfall erst nach dem Sterben kommt, darf nicht schon zuerst durch unerlaubte Verharmlosung angekränkelt werden. Es gibt Nein-Entscheide, die nicht das letzte Wort sind. Es gibt das Wort aus Gottes Mund: "Ach, daß du kalt oder heiß wärest! Aber, weil du lau bist... werde ich dich ausspeien aus meinem Mund."

Am 1. März 1999 berichtete ich im Brief, daß jemand in der Familie im Traum sah, daß alles, was ich gerade tat, synchron nocheinmal geschah. Es hatte all das nichts Verdächtiges, nichts vom Doppelgänger an sich. Zum ersten mal erfaßte ich bewußt, daß es das gibt. Wir waren 1988 auf einer Bahnfahrt nach Cannes. Erst nachträglich, also erst als wir wieder zurückkamen, erfaßte ich, daß das unerwartete, für mich als bedrohlich erlebte plötzliche Engegefühl (nachts auf der Hinfahrt) zu der Zeit hatte, als in Stolzenbach, Stollen "Alter Mann" Bergleute verschüttet wurden. Was ich dann später in Cannes synchron zum Rettungsgeschehen erlebte, schilderte ich vor etwa zwei Wochen in einem Brief, Nur soviel dazu: In Cannes fiel mir an einem Filmteam nichts mehr auf als das Richtfunkmikrophon. Während ich mich sonst nicht sehr für Technisches interessiere, fragte ich in der Sache meinen Mann nach Einzelheiten. Mit so einem Richtfunkgerät gelang die Rettung von Bergleuten nach langer Finsternis.

Am 1.3.99 schrieb ich auch vom Einswerden mit Christus durch das von ihm angebotene Mahl. Wörtlich schrieb ich: "Dieses Mahl hält wirklich Leib und Seele zusammen und es wird mir dann auch helfen, den Leib rechtzeitig hinter mir liegen zu lassen, also sterben zu können, wenn die Zeit dafür da ist. ... Es soll mir (hier) genügen, was Gott mir an Neuem, am Geheimnis zukommen läßt.

Am 2.März 1999 zitierte ich aus Daniel 11,33 Da ist von Verständigen des Volkes vorausgesagt, die Vielen fälliges Zeugnis geben. "aber sie werden stürzen durch Schwert und Flamme, durch Gefangenschaft und Beraubung- eine Zeitlang. Und während sie stürzen, wird ihnen mit kleiner Hilfe geholfen werden. Doch viele werden sich ihnen heuchlerisch anschließen... Und er (der sich frech erhebende König [Machthabende]mit einem fremden Gott) wird Erfolg haben bis die Verfluchung vollendet ist,.. Wer ihn anerkennt, dem wird er viel Ehre erweisen. Und er wird solchen Leuten Herrschaft verleihen über die Vielen und ihnen das Land (und Ämter) zuteilen." Gilt das etwa nur in poltischen Reichen?

3. März 2004

Durch den Radiobeitrag über Karl Rahner kam die Sprache auf Kardinal Döpfner. Ich erlebte als etwa 14- Jährige einmal einen prüfenden Blick von ihm: Ich war bereits damals als Patin an einer Firmung beteiligt, die er als Bischof von Würzburg spendete. Es war ihm wohl aufgefallen, daß ich nicht viel größer und älter als der Firmling war, daher der prüfende Augenkontakt. Viel später war ich es, die Auffallendes prüfend bedachte. Ich mache dazu einen Zwischenruf: Ihr überlegenen Theologen (Lehrmeister von Gott und den Menschen), Ihr Bischöfe und Seelenführer, diese Umkehrung der Rollen kommt in dem Maß auf euch zu, wie ihr Vater-und Lehrmeisterrollen verinnerlicht habt und von anderen so gar nichts Prophetisches (gültig Wahres von Gott selbst) annahmt.

Ich hörte vor Jahren im Radio ein Gespräch zwischen Kardinal Döpfner und Jugendlichen. Es hieß, das sei das letzte öffentliche Auftreten von Kardinal Döpfner gewesen, denn er sei zwei Tage später sehr plötzlich gestorben, Ja, ich sehe in dem Zusammenkommen der zwei Ereignisse ein Zeichen. Die jungen Leite fragten sinngemäß danach, ob Gott sich durch Zeichen mitteilt. Der Bischof war ganz moderner Religionsmanager, der Gott durch seine Organisation in Griff hat und die Jugendlichen gleichmal einseift (für die weitverbreitete Gehirnwäsche), daß da von Gott nichts kommt. Der Bischof gab auf seine Weise der vorherrschenden Meinung in der Psychiatrie Recht, daß Ernstnehmen von Signalen Gottes ein Hinweis auf eine Psychose sei.

Ich schrieb am 2.3.99 zu einer Aussage aus Daniel 12: Wenn das Hören auf Gott selbst "abgeschafft" ist, haben Meister und Führer und Idole die Herrschaft übernommen.

Man bedenke in diesem Zusammenhang die Aussage der Danielvision: "Und wenn die Zerschlagung der Kraft des heiligen Volkes abgeschlossen sein wird, wird alles vollendet werden."


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