Prophetical events found in the Bible and in events of today (in German)

15. August 2005

Am 9.8.98 zitierte ich aus Joel 3. Zunächst das, wovon Petrus in seiner Pfingstrede sprach: Gott wird seinen Geist über alles Fleisch ausgießen. Dann die Naturereignisse (Beispiel Sonnenfinsternis) "ehe der Tag des Herrn kommt, der große furchtbare. Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden..." Eine Ahnung davon, was am großen Tag furchtbar ist, gibt es schon jetzt mitten in sehr bedrängten Tagen und Zeiten. Da wird das, worauf Menschen sich zuvor noch verlassen konnten, nicht mehr verläßlich sein. Wenn ein Kind wie Jesus es sagte- ,die Eltern (den Vater) um Brot bittet, vor diesen Tagen zugespitzter Not (das sind auch Zeiten zugespitzter Versuchung), dann bekam es Brot. Und dann, wenn die Dämme eingerissen waren, gibt z.B. der gleiche Vater dem Kind kein Brot, sondern sexuelle Gewalt.

Ich erfuhr aus erster Hand, daß Menschen aus einer völlig verkehrten .Grundhaltung herausfanden, obwohl alles aussichtslos aussah. Der Moment der Wende hatte mit dem Anrufen des Namen Gottes zu tun. Es dürfte jedoch klar sein, daß "den Namen Gottes anrufen" schwer beschädigt ist, wenn der Name Gottes für alles Mögliche herhalten soll.

Am 9.8.98 beschrieb ich, daß ich jahrelang davon ausging, die Historiker hätten recht, die sagten, Jesus sei an einem 14. April am Kreuz gestorben. Später hörte ich, daß man recht sicher sei, daß ein 4. April Jesu Todestag war. Für mich ist auffallend, daß an beiden Tagen einschneidende Ereignisse meines Lebens geschahen. Für mich ist das ein Hinweis, daß Gott auch auf Menschen Irrtümer eingeht, wenn die Motive redlich sind. Als ich vor einiger Zeit davon schrieb, daß ich früher der kath. Lehre gemäß, davon ausging, Jesus sei direkt im Tabernakel anwesend, sagte mein Mann, vielleicht fügt Gott sich Menschenirrtümer. Ich protestierte, nein, wie sehr sich Gott auf Menschenirrtümer einlassen kann, das glaube ich nicht, daß er sich regelrecht dem Diktat von eigensinnigen Menschenwünschen fügt.

Jesus warnte einmal, "wenn man euch sagt, hier ist Christus oder dort, geht nicht hin."

 

17. August 2005

Am 9.8.98 schrieb ich einen merkwürdigen Satz: Es gibt wahre Einsicht, die "nur nicht erlaubt" sind , also noch nicht weitergesagt werden dürfen, es ist nämlich "nicht aufgetragen." Den Grund weiß man noch nicht. Es wird aber gespürt: Kein Auftrag ist da. Es wäre ungehorsame Wahrheitsliebe dieser Sache nachzugehen.

Merkwürdig ist, daß ich heute Morgen, als ich diese Aussage noch gar nicht gelesen hatte, wirklich mit der Frage beschäftigt war, ist der merkwürdige Computerstreik (erstmals erlebte ich, daß gar nichts mehr reagierte, daß sogar das normale Ausschalten nicht ging) vielleicht ein Hinweis darauf, daß das, was mir sozusagen auf der Zunge lag, was ich also gerade schreiben war, vielleicht jetzt nicht geschrieben werden sollte. Ich weiß, daß es auch eine Falle des Feindes sein könnte, etwas, was jetzt (heute) gesagt werden soll, heute nicht zu sagen. Den Computerstreik sah ich als Anstoß an, neu redlich zu horchen, die Sache erst ein mal aus der Hand zu geben, nach Gott zu rufen, zu horchen

 

18. August 2005

Am 9.8.98 berichtete mein Mann folgenden Traum: Ich sah, daß zwischen Bürgern und einer Behörde ein "dicker (kranker) Hund" hin und her geschoben wurde. Die Leute der Bundesbahn sagten sich, da machen wir nicht lange rum, wir tun den Hund in ein sauberes Kuvert, sollen die anderen sehen, was sie damit anfangen. Es waren Leute da, die sahen (wußten also), daß man auf das Kuvert unseren Namen geschrieben hatte, es war aber ihr (dicker) Hund. Dazu sage ich heute nur das, was ich gestern schwarz auf weiß auf einem Notizzettel vor Augen hatte. Ich hatte es vor Jahre sofort nach dem Aufwachen aufgeschrieben, weil ich es im Traum gehört hatte: "Nach allem, was vorgefallen ist." "entartete Christen." Es wird rechtzeitig offenkundig, daß auch bei gefeierten Zeitzeugen Vieles nur halbwahr oder ganz unrichtig ist. Ich rede jetzt nicht von Opfern, die ihren Teil, den sie erkennen können, wahrheitsgemäß berichten. Ich rede von Opfern und Tätern, die wissen könnten (so sie wollten), was da noch war! (was verdeckt wird). Die letzten drei Sätze schrieb ich am 9.8.98.

Vorhin schaltete ich den Fernseher an. Ich hörte den Bundespräsidenten , wo immer es in seiner Ansprache ging, den Papst mit "Heilige Vater " ansprechen. Ich dachte, wenn die Betonung der "Menschenfreundlichkeit Gottes" soweit geht, daß ganz natürliche Menschenwünsche Gottes Weisungen ignorieren, dann ist es ganz normal, daß man in der Geschichte eigentlich gar keine andere akzeptable Formulierung zur Anrede des Papstes fand als die, die Jesus verboten hatte ("Vater"), nicht nur das, man setzte noch eins drauf, man nennt ihn "Heiliger Vater. Und niemand erschrickt.

Menschenwünsche werden von Gott eher ernstgenommen, wenn da ein ernsthaft Gegenseitigkeit gesucht wird.

Vorgestern sah ich kurz eine Szene im Fernsehen: Kardinal Meisner vollzog die Meß- Literatur. Mir kam eine merkwürdige Parallele in den Sinn, obwohl ich zuvor gehört hatte, was der Kardinal in einem Interview zu seinem "immer mehr Gott schmecken wollen:" gesagt hatte. Es ist wahr was ich sage: Jemand, in der Familie der gar nichts vom Kardinal gesehen und gehört hatte, sagte in einem völlig anderen Zusammenhang: "Wie bequem". Ich glaube seit meiner Kindheit hatte ich nicht mehr an das Heinzelmännchen- Gedicht gedacht. Die zwei Worte "wie bequem" ("war es doch in Köln vordem") schoben sich mir ins Gedächtnis, obwohl ich gerade an ein früheres "Christengespräch" dachte. Da wies jemand mein Bekenntnis zum lebendigen Hören auf Gott wie folgt zurück: "Ich geh in meine Kirche, ich bete mein Morgen- und Abendgebet. Ich mache meine Arbeit." Es lag folgende Fortsetzung in der Luft: "Mir kann keiner (Klartext: Gott) was wollen." Ganz zu schweigen vom Ablaßfrevel, der ebenfalls im Klartext besagt: "Gott kann mir in der anderen Welt gar nichts wollen." Ich denke, es ist kein Vergleich mit dem, was der Kardinal an Religiosität aufbringt. Die Parallele liegt in der Absicherung: "Ich mach alles richtig", korrekt nach Roms Vorstellung, das ist unfehlbar richtig, das ist der richtige Gottesgeschmack. Alles, was nicht nach Rom schmeckt, ist nicht Gottes Geschmack Und wenn dieser Eifer größer und größer ist, er ist trotzdem mit einer Demütigung Gottes verbunden. Man ist ja schon vom Amtsversprechen her zuallererst mit dem Papst verbündet (verheiratet, siehe die Paulusworte über das Hauptinteresse von Verheirateten) Weil der Mensch gar nicht wirklich auf den lebenden Gott hören will. Ein junges Mädchen war ähnlich unabhängig vom lebendigen Gott programmiert, als es sagte: Gott hat uns durch die Schrift ein Programm in die Hand gegeben, mit dem wir unser Leben gestalten sollen.

Vorhin hörte ich ein kurzes Stück der Papstpredigt aus Köln. Er sagte sinngemäß: "öffnet euch für Christus und für seine Überraschungen." Ich bin recht sicher, "richtig" erzogene junge Christen wissen genau wie ihre Lehr- Meister und ihre religiösen Väter und Mütter, was das nicht heißt.

In diesen Tagen hörte ich im Fernsehen, wie über christliche Strömungen in Amerika gesprochen wurde, z.B. daß evangelikale Bewegungen mit ihren diesseitigen Zielen den Katholiken den Rang abnehmen. Es wurde gut charakterisiert, z.B. die Einstellung zum Leid. Ich werde versuchen, zwei mögliche Entgleisungen zu beschreiben: Die evangelikale Bewegung besteht grundsätzlich darauf, daß jedes Wort der Schrift Gottes Wort ist. Ich wundere mich aber doch, daß es im Hinblick auf Leid eine fast mechanistisch sture Konzentration auf die von Jesus kommende Vollmacht, zu heilen gibt, eine Vollmacht, die auf jeden Glaubenden übergeht. Wo ist Jesu Aufforderung, zur Kreuzesnachfolge (täglich sein Kreuz anzunehmen)?. Was ist mit Jesu Ankündigungen der besonderen Notzeiten? Und was ist mit der ausdrücklichen Übergabe vieler Evangelikaler an Gottes Führung? Will man etwa zuerst die Übergabe inszenieren, um danach Gott besser in der Hand zu haben?

Und nun die andere Entgleisung, wenn man so will, die Entgleisung der etablierten Christen. Ich muß dazu eigene Erfahrungen berichten. Dazu spreche ich von körperlichem Leid eines nahen Menschen: Es gab die Phase des beharrlichen, aber auch des verzweifelten Gebets um Heilung. Die Gefahr ist dann nicht klein, daß man im Lauf der Jahre resignierend denkt. Das ist also das aufgetragene Kreuz. Ich füge mich und der Leidende muß es auch.

Nun kam eigenes Leid, eigene Behinderung und es wurde der Wert von großen und kleinen Milderungen erfaßt. Nun legte ich Wert darauf, daß ich erfahre, wann es dem nahen Menschen nicht gut geht, bzw., wenn es ihm sogar schlecht geht. Dann rufe ich Gott hoffnungsvoll um Hilfe. Nicht immer wird dann recht rasch deutliche Linderung erlebt, aber sehr sehr oft. Ich will nicht sagen, daß ich damit die Hoffnung auf Erlösung von diesem Leiden hier in diesem Leben aufgegeben habe. Aber, ich lernte, Gott teilt dem einzelnen Menschen ein bestimmtes Maß an Mittragen der Sündenfolgen zu. Dazu kann der eigene Ungehorsam beigetragen haben (muß aber nicht), dazu kann Schuld der eigenen Vorfahren beigetragen haben, dazu kann die Sünde von Menschen beigetragen haben, die wir nicht kennen. Es geht dabei um Solidarität mit schuldig Gewordenen. Es ist gar keine harmlose Irrlehre, wenn sich Rom anmaßt, Sündenfolgen denen zu löschen, die die Ablaß- Vorschriften Roms dazu erfüllen. Durch die Sünde half der Mensch dem Satan Macht und Einfluß zu gewinnen. Ich halte es für gut möglich, daß Verstorbene sehen müssen, was ungehorsames Tun anrichtete, z.B. meine Vorfahren. Und ich halte es für möglich, daß Verstockte ersteinmal sehen müssen, daß ihr eigenes Fleisch und Blut (oder nahestehende Menschen) die Folgen ihrer Sünde tragen müssen, weil sonst keine Einsicht und keine Reue aufkommt.

Ich habe noch eine Vermutung für Hintergründe für Leid: Ich erinnere an Hiob (Hiob 1,4f): Wenn seine (wohl jugendlichen) Kinder ein Festmahl feierten und die Tage des Mahls um waren, sandte Hiob hin und heiligte sie... opferte Brandopfer..., denn Hiob dachte: Meine Söhne könnten gesündigt haben... " Hiob weiß um den altersgemäß möglichen Leichtsinn, ja auch um das Unerfahrene mögliche Ausflippen junger Leute. Als am ersten Tag des Weltjugendtags abends ein Fernsehreporter sagte, die Fröhlichkeit sei so überbordend, "daß einem ein kalter Schauer den Rücken runterläuft", da war kein großer Zeitabstand, zu dem Moment als im Radio die Nachricht kam, Frère Roger sei nach Messerstichen in den Rücken gestorben. Als im Sommer 2001 in Frankfurt die Laien das Festmotto ausgaben: "Du hast meinen Fuß auf weiten Grund gestellt., da dachte ich, wer die Euphorie solcher Tage kennt, weiß, daß dabei nicht selten Jesus wie bei seiner Kreuzigung Boden unter den Füßen weggezogen wird.

Genau in diesen Tagen hatte die bei mir diagnostizierte Krankheit Polyneuropathie einen solchen Schub getan, daß ich im Bezirkskrankenhaus um einen Notfalltermin bat. Erstmals erlebte ich, daß meine Füße sich so anfühlten, als seien sie in Beton eingegossen. Es ist wahr, was ich sage: Die obere Hälfte des PC- Bildschirms zeigt die ganze Zeit schon den Briefanfang vom 10.8.98. Weil ich diesen Tag abschließen wollte, warf ich zum ersten Mal einen Blick auf den Inhalt. Ich begann mit Psalm 69,2f "... Ich bin versunken in tiefem Schlamm und kein fester Grund ist da... mächtig sind die, die mich verderben wollen."

 

19. August 2005

Durch den Brief vom 11.8.98 wurde ich an eine Arbeitsweise erinnert, die ich gerne im Jahr 1990 benutzte. Ich konfrontierte Kurzgeschichten mit Bibelaussagen, und ich benutzte diese Geschichten als Gleichnisse. Die erste Kurzgeschichte war von Hans Bender: "Die Wölfe kommen zurück. Folgenden Satz zitierte ich: "Sicher waren hinter dem Rudel andere Rudel, unsichtbare Rudel im Wirbel des Schnees, 100 Rudel, 1000 Rudel... hätten diese Wölfe geknurrt oder gebellt, es wäre nicht so unheimlich gewesen... Vorübergleiten ... der Bestien, Hunger trieb sie." Im Winter 1997 erlebte ich im Traum ein großes Wolfsrudel. Die Wölfe trabten durch die Innenstadt von Regensburg

 

20. August 2005

In einem Gespräch zitierte ich einmal die Prophetenstelle, aus der hervorgeht, Gott weiß sehr wohl, daß es in jedem Land Übeltäter, aber auch gute Menschen gibt. Und doch betont er: Wenn ein Volk zuerst ihm treu war, dann aber eine ungute Entwicklung bejaht, dann nimmt er seinen bisherigen Segen zurück und er gibt ihn z.B. einem Volk, das sich vom bösen Wandel abwendet und gehorsame Wege geht. Ich hatte damals genauer zitiert und ich sagte: Gott meint offensichtlich die Lebensart der Mehrheit. Ich bekam eine Antwort, der ich sofort zustimmte: "Bei dem, was Deutsche angerichtet haben, wundert man sich, daß Gott ihnen überhaupt noch Zukunft gab."

Ich mache jetzt eine Zwischenbemerkung, die nicht direkt mit meinem Thema zu tun hat: Es war und ist nicht gut, daß der deutsche Reformator eine zugespitzte Paulusmeinung (ich nenne jetzt bewußt den verkürzenden Satz: "Werke nützen nichts") über klare anders lautende Jesusworte setzte (ganz zu schweigen von prophetisch gültigen AT-Worten). Ich weiß um das besondere Gewicht des Glaubens. Glaube ist aber eine "Als-ob-Angelegenheit", wenn er sich nicht im Tun erdet, zumindest im ernsthaften Entschluß. Ich erinnere an den reuigen Schächer am Kreuz, er hatte wenig Zeit, um "Werke" zu tun, aber das Zurechtweisen des zweiten Schächers war konkretes "Tun". Ich wunderte mich nicht selten, wie besonders glaubende Menschen über bestimmte Gebote Gottes hinweggingen als handele es sich um Luft. Diese Einsicht der theologischen Dominanz des Paulus über Jesus hatte ich seinerzeit noch nicht, als ich mich schon arg wunderte, warum ich wiederholt "Luther" sagen wollte, aber ohne jede Absicht "Hitler" sagte.

Nun mein Thema: Ich sagte damals zum genannten Zitat: Gott beherzigt also, wie verbreitet in einem Volk Treue oder Untreue ist.

Mit meinem "Ja" zur Antwort meines Gesprächspartners wollte ich ausdrücken, ich weiß um das Unheimliche des Umstands, daß es nicht wenige Deutsche gab, die mit Hitler auch dann noch einverstanden waren, als sie Gelegenheit hatten zu sehen, wozu der Mensch fähig war.

Durch den Internetbrief vom 12.8.98 wurde ich daran erinnert, daß mir damals zwei Briefe in die Hand kamen, die Eckpunkte eines besonders folgenschweren geistlichen Gewaltaktes gegen mich waren ( vom 20.7.84 und 26.7.85). Ich weiß, daß Geistliche solches gerne sogar noch als Dienst an der Kirche und damit automatisch als Dienst an Gott ansehen. Ein Mensch meiner Familie erfuhr über einen Traum, es habe ein radioaktiver Unfall stattgefunden. Es war da im Traum noch ein Detail, das etwas ausdrückt über die Harmlosigkeit, mit der man in der Kirche über solche geistliche Gewalttaten hinweggeht: Man dachte der eigene Anteil sei erledigt (z.B. durch einen vollkommenen Ablaß?), da erfuhr man, daß das Entsorgen "danach" alles noch unangenehmer macht. Ich nannte dies miese geistliche Gewalt einen "Stoß von rückwärts" gegen mich.

Mit den beiden Briefen (20.7.84 und 26.7.85 ) fand ich auch einen Briefdurchschlag vom 2.1.85. Ich schrieb an den damaligen Romano-Guardini-Lehrstuhlinhaber in München. Ich sprach ausdrücklichch nicht von seiner Rundfunkpredigt als ich schrieb: "... eine Rundfunkpredigt, in der ... Gott untersagt wird (abgesprochen wird), den Menschen mahnend (und lockend) Morsezeichen zu geben." Ich betonte, daß ich als Mensch offen sein muß, auch wenn einmal ein Hinweis Gottes (z.B. anfänglich) anders verstanden werden kann als Gott ihn meinte. Ein Verzicht auf Deutung sei geradezu selbstmörderisch. Ein wichtiger Point meines Briefs war eine Frage und ein Anstoß zur kath. Lehre. Am 29.1.85 bekam ich eine betont schöne und wohlwollende Antwort. Erst im letzten Satz antwortete er auf meine Frage. Und diese Antwort zeigte, was seine schönen Worte wert waren. Er schrieb: "Was ihre Frage anlangt, Sie müssen doch wissen, wo Sie hingehören."

Herr Professor, schon von früher Jugend an, hütete ich mich, irgendein gelübdeartiges Versprechen zu machen. Ich wußte noch nichts von Jesu Weisung: "Eure Rede sei ja und nein, alles andere ist vom Bösen." Ich wußte nur, daß es besonders schlimm sei, ein Gelübde zu brechen. Ich hatte mit 7 Jahren zusammen mit meinem älteren Bruder Beichte und Kommunion erlebt (ein Jahr später war meine Mutter tot) und gelernt, daß es besonders schlimm sei bei der Beichte zu lügen oder die Buße nicht zu beten. Ich lernte, wie dieses Besondere der Buße mich belastete. Nach einem Vaterunser zweifelte ich, ob ich das Vaterunser auch wirklich andächtig gebetet hatte. Ich merkte also die Last und die Gefahr, die in diesem "mehr als ja "steckt. Später dachte ich nie wirklich an eine Berufung zum Kloster, die von Jesus verbotenen Gelübde waren für mich ein wichtiger Grund. Und von einem bestimmten Zeitpunkt an wußte ich, ich kann und darf kein Versprechen machen, das in Wirklichkeit Gott Vorschriften macht, was er morgen oder übermorgen von mir zu wollen hat.

Herr Professor, das ist der Grund, weshalb ich nicht einfach pauschal weiß, welche Glaubensfragen nur den Studierten und kirchlich Verbeamteten vorbehalten sind und wo ich laut Paulus zu schweigen habe. Mein Reden und mein Schweigen hat mit Hören auf Gott zu tun.

Eben hörte ich vom Fernseher her (Weltjugendtag, Marienfeld in Frechen), die Jugendlichen sollten sich keinen privaten Jesus machen, sondern den Jesus annnehmen, den die Kirche verkündet. Ich nehme den Jesus an, den die Schrift verkündet und der auch in meinem Leben sich als lebendig erwies. Dort, wo private Wünsche der Kirchenführer und des Kirchenvolkes die Person Jesu entstellten und an den Rand drängten, mache ich nicht mit.

Nun habe ich am 12.8.98 einen Brief vom 20.7.84 eingefügt und deshalb vor mir auf dem Bildschirm. Offensichtlich war der Durchschlag noch deutlich genug, denn meine Handschrift war 1984 wesentlich schöner als 1998.

Sehr geehrter Herr ... !

Ich bin Hausfrau und wohne in... , über den Gottesdienst habe ich Sie kennengelernt. Von daher haben Sie mein Vertrauen (20.8.05: Das entzog ich später) und deshalb wende ich mich an Sie.

Vorgestern las ich den Frauenartikel von Kardinal Bengsch im Bistumsblatt. Der Kardinal sagt, die Frau sei die Antwortgebende, ja und ich habe geantwortet... Bis jetzt tut mir noch kein Satz leid und meine Aussage ist mir so wichtig, daß ich sie nicht nur einem mitleidigen Lächeln eines Redakteurs ausliefern will. Deshalb gebe ich den Briefdurchschlag an Sie weiter... Meine Antwort war schnell gegeben, aber sie ist sehr langsam gereift. Dieser Reifungsprozeß dauerte 44 Jahre, so alt werde ich jetzt. Und noch vor drei Wochen hätte ich diese eindeutige Antwort nicht geben können.

Mit freundlichen Grüßen...
Soweit der Brief vom 20.7.84.

Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich dieser Theologe beim Bistumsblatt dafür einsetzte, daß der Leserbrief veröffentlicht wird. Der Redakteur des Bistumsblattes war nicht gut auf mich zu sprechen. Ich hatte immer wieder deutliche Leserbriefe geschrieben, die wurden nicht veröffentlicht. Es gab einmal eine gehässige Demo gegen mich: Eines Tages stand ein größeres Paket Teppichreinigungspulver direkt vor unserer Wohnungstür. Ich wußte, daß direkt vor den Toren des Bistumsblatt-Platzes (Königsstraße) eine eindrucksvolle Werbe-Aktion eines Teppichreinigungspulvers veranstaltet wurde. Ich mißtraute zu Recht der gekonnten Vorführung der anscheinend so einfachen und wirksamen Trockenreinigung von Teppichen. Ich halte es für wahrscheinlich, daß jemand vom Bistumsblatt auf die großartige Vorführung reinfiel und dann beim ersten eigenen Versuch den Bluff erkannte. Da entsorgte man den Reinfall mit großer Bauernschläue. Man veranlaßte, mir mit dem bereits geöffneten Pulverpaket zu zeigen, wohin ich gehöre, was meine Arbeit sei.

Es schloß sich an die Veröffentlichung meiner Antwort eine merkwürdige Irrtumskette an. Weil ich dieses Kirchenblatt nie abonniert hatte, schaute ich am Zeitschriftenstand der Pfarrkirche nach, ob mein Leserbrief veröffentlicht wurde. Gleich danach traf ich einen zur Gemeinde gehörenden Religionslehrer. Ich berichtete von der eben gemachten Entdeckung. Ich weiß heute noch nicht, ob ich mich irrte, als ich im Brief vom 20.7.84 schrieb, der Artikel über die Frau als Antwortgebende sei von Kardinal Bengsch oder ob ich mich irrte als ich zum Religionslehrer sagte, der Artikel sei von Bischof Meisner. Dem Religionslehrer merkte man an, daß er Meisner vom Studium her schätzte. Er sagte bedauernd. "Der Meisner ist ja schon tot." Lange Zeit ging ich von diese Aussage aus. Ich weiß nicht, ob ich damals schon wußte, wie tot diese Schicht der Hirten für das Antwortgeben ist. Immerhin hat einmal ein Bischof gemerkt, daß Frauen die Fähigkeit haben, Antwort zu geben. Ob dieser Obrigkeitsschicht bewußt ist, daß diese Antwort zuerst und zuletzt Gott gehört, wage ich zu bezweifeln.

Es gab in der Nachkriegszeit eine merkwürdige Fügung: Ein älteres Ehepaar "Meisner" (Ausgebombte oder Heimatvertriebene) wohnte eine Weile in meinem Elternhaus. Ich ging gerne zu diesen Leuten, offensichtlich mochten sie auch mich. Die Frau hatte einen angeborenen Sprachfehler, ich lernte sie zu verstehen. Bei Fremden mußte der Mann wohl nicht selten Dolmetscher spielen, also ihre Antwort weitersagen. Auffallend war, daß der Mann seine Frau sehr schätzte und liebte.

 

21. August 2005

Am 13.8.98 schrieb ich Genaues darüber, was in den Tagen des Karmelbrandes geschah. Später schrieb ich irrtümlich , daß ich in den Tagen vor dem Karmebrand an die Jerusalemer Feuerwehr geschrieben. Es tut mir leid, daß ich mich irrte und ich bin froh, jetzt den Irrtum richtig stellen kann. Richtig ist, daß ich mich ganz kurz vor dem Karmelbrand mit Elia und dem Gottesurteil auf dem Karmel auseinandergesetzt habe. Während ich nun die Berichtigung schreibe, fällt mir ein an wen ich diesen Brief kurz vor dem Karmelbrand schickte: Den Durchschlag dieses Briefes legte ich wohl dem Brief bei, den ich kurz nach dem Großbrand auf dem Karmel an die Jerusalemer Feuerwehr schickte. Im Hotel Kaiserhof war kurz vor dem Brand eine größere Missions-Veranstaltung. Den Verantwortwortlichen dieser Veranstaltung schrieb ich ein äußerst minimalistisches Aufleben dieser Eliageschichte. Mir war kurz zuvor im Treppenaufgang des historischen Hauses Heuport ein größerer Vorrat von Endlospapier aufgefallen. Ich schrieb sinngemäß: Organisiert Großveranstaltungen... und wenn euer Endlospapier im Eimer ist, dann kommt zu mir und schaut, ob die mir Anvertrauten (ich dachte wohl auch an Schüler) Not leiden.

Warum kam ich am 13.8.98 auf diesen Karmelbrand? Amos 1f war der Beginn des Briefs dieses Tages. Da ist von vertrockneten Weideplätzen der Hirten die Rede. Es kam hinzu, daß ich einen zweiten Durchschlag dieses Briefs an die Feuerwehrleute von Jerusalem hatte, den hatte ich am Tag zuvor (also am 12.8.98) in die Hand bekommen. Es war Sommer/Herbst 1989 als ich mehrfach weltliche Einrichtungen anschrieb. Ich erinnere mich, daß ich bereits einen Brief an die DDR Stasi fertig hatte, als ich im Fernsehen erstmals Szenen eines DDR- Krimis sah. Im Brief strich ich dann die Anrede an Verantwortliche der Stasi durch und ersetzte sie durch "Volkspolizei". Das Kuvert schrieb ich neu.

Im Brief vom 13.8.98 schrieb ich von zeichenhaften Namen des Gladbecker Geiselverbrechen. Daß da ein Junge namens Manuel starb und eine Silke Bischof. Und daß eine Maria Löblich(!) den Gängstern half. Unsere Tochter hatte mir schon am Tag zuvor (am 12.8.98 einen Traum auf eine Kassette aufgesprochen. Ich hatte erst am Abend des 13.8.98 Zeit, diesen Traum zu hören. Mein Brief war da schon fertig. Unsere Tochter hatte keine Ahnung, daß ich von diesem Verbrechen schrieb. Sie träumte ausführlich (die Zeit zurückversetzt) von einem italienischen Jungen, (der Junge Manuel war Italiener, er starb, weil er seine Schwester schützen wollte). Unsere Tochter sagte wörtlich: "Alles gelang. Es war nicht Jesu, aber Jesus war unsichtbar bei den Vorgängen. Er war in der Mitte. Es war die Erfüllung von Jesu Zusagen: "Alles, was ihr um meinetwillen verlaßt, erhaltet ihr mehrfach zurück, wenn auch unter Verfolgung. In dem Traum war auch eine Silke anwesend, diese Silke kannte unsere Tochter von früher. Andere Jungen mit Aprikot-T-shirt kamen hinzu und die schlugen unsere Tochter im Traum zusammen.

Damals, im August 1998 sah ich Durchschläge früherer Briefe durch. Es fiel auf, daß es wohl keine Zeit gab, in der ich so viele Briefe schrieb, wie in den Tagen von Tschernobyl: 21.4.86 Weihbischof Siebler. Ich griff das Naturverständnis des Papstes (hinsichtlich) Verhütung an. Ich sprach von der Entwürdigung geschundener Frauen. Und ich berichtete, wie ich zur Einsicht gelangte, daß das Ja zu einem Kind vor Gott bedacht werden muß, genauso wie das Nein. Wenn Gott trotz redlichem Horchen kein Signal gibt, muß ein Paar mit dem, was es selbst verantworten kann, entscheiden. Folglich ist es unverantwortlich, ohne machbare Verhütung Sexualität zu vollziehen, wenn keine begründete Entscheidung für ein Kind da ist. Die Entscheidung für oder gegen ein Kind ist kein "weltlich Ding". Ich hätte es als Sünde angesehen, das Risiko der "natürlichen" Empfängnisverhütung auf mich zu nehmen, wenn zuerst im Gebet erfaßt wurde, es soll kein Kind entstehen. Als in diesen Tagen ein für den Weltjugendtag ausgewählter junger Mann aus Afrika nach seiner Meinung zu AIDS und Kondomverbot gefragt wurde, hatte er ein einziges Argument dauernd wiederholt: Kondome sind kein sicherer Schutz vor Ansteckung. Das ist mir auch klar: 100%ige Sicherheit ist es nicht. Aber jeder vernünftige Mensch weiß, daß viel, viel Leid dadurch verhindert werden könnte. Da ist noch etwas, ich denke nicht nur an AIDS, wenn ich etwas zur verantwortlichen "Last" der Verhütung sage: Es sagte einmal ein kluger Mensch zu jungen Leuten: Während ihr euch für den Geschlechtsverkehr auszieht, habt ihr noch einmal kurz Zeit, Euren Entschluß zu überdenken. Und ich meine, ein kurzer Abstand, ja die Bereitschaft sich aus Verantwortung stören zu lassen, kann eine Hilfe sein, sich nicht der biologischen Natur, dem Trieb auszuliefern.

Mein Mann sagte zu der Konzentration auf das Argument: "Kondom schützt nicht sicher vor Ansteckung.": Das ist typisch für kirchlich- zwiespältige und widersprüchliche Argumentation. Wenn die Bevölkerungsexplosion genannt wird, ist man programmiert auf:" Die kath. Kirche hat doch kaum Einfluß." Immer, wenn man merkt, der andere hat Recht, hängt man sich an irgend ein Detail, um das Gesicht zu wahren und Überlegenheit zu demonstrieren. Irgend ein listiges Argument wird den ausgefuchsten angelernten Rhetorikern schon einfallen, um siegreich moralisch Sieger zu spielen und um den Gewöhnlichen ureigenste, von Gott kommende Rechte und Pflichten zu rauben. Ich weiß, wovon ich rede. Zuerst verbieten sie die Anwendung der Verhütungsmittel und wenn man sie auf die Folgen anspricht, wird die verschwindend kleine Anteil der Katholiken angeführt. Dabei ist doch das Elend einer einzelnen, von der biologischen (bloß natürlichen) Fruchtbarkeit gebeutelten Frau schon ein Skandal. Aber Hauptsache der Kirche ist, daß sie zur Verhütung ihre klare, biologische Linie vorgibt. Da fühlt man sich als Verantworlicher besonders gut (prinzipientreu), da ist man "fein heraus".

 

22. August 2005

Gestern schrieb ich von der auffälligen Häufung meiner Briefschreibeaktivität in den Tagen der Tschernobylkatastrophe. Und ich beschrieb von einem Brief das Thema. Heute werde ich zuerst die Datum und die Adressaten auflisten, bevor ich ausführlicher auf manches Thema eingehe:

20.4.86 Kirchenfunk BR, zur Sendung vom20.4.86 "Geistliche Berufe" 21.4.86 Weihbischof Siebler, 23.4.86 Verantwortliche für kirchliche Gebetsaufrufe Eichstätt (Bittet den Herrn um Arbeiter in seinem Weinberg und nicht um Weinbergspächter) 28.4.86 Erster Leserbrief mit meinem Namen und Adresse in der Tageszeitung, Reaktion auf den Leserbrief ("Nicht übertreiben") Dr. Greiner 28.4.86 Frauenseelsorger Riedl 2.5.86: "ruchloser Ästhätizismus." Adresse nicht mehr bekannt, ich schrieb allerdings folgenden Kurzauszug dazu: "Last im Frühlingswind". Wo diese Aussage herkommt, weiß ich: Ich hatte meinen Leserbrief auf dem Heimweg von der Schule direkt zur Zeitung getragen. Der nicht sehr große Umweg zu Fuß bereitete mir außergewöhnliche Mühe (übergroße Müdigkeit).

Damals sprach ich Auffälliges eines Tages auf ein Tonband. Ich sagte nicht: So jetzt wissen wir von der russischen Katastrophe. Die Strahlenbelastung in Regensburg setzte mir durch außerordentliche Müdigkeit zu. Das einzige Signal dafür, daß ich irgendwann wußte, was läuft, war folgender, völlig unvorbereiteter Satz: "Ich gehe jetzt zur Apotheke (Jodtabletten), einzig und alleine aus Plichtgefühl gehe ich da hin, ich bin nämlich todmüde."

Zum Weltjugendtag werde ich nicht wiederholen, was andere oft und oft sagten. Aber einige, eher zufällig gehörten "Dinge" will ich doch ansprechen. Ratzinger warnte zu Recht vor dem Trend, sich ein selbstgestricktes Jesusbild zu machen. Und ich frage danach, ob ernsthafter Wille dazu da ist, das, was an Selbstgestricktem(Fälschlichem) in das von der Kirche verkündete Jesusbild kam, zu entfernen. Ohne redliche Bitte, Gott möge signalisieren, was ihn bei religiösen Vollzügen beleidigt und ohne den dazu gehörenden Gehorsam geschieht schneller als man denkt, was vorausgesagt ist: Der Feind nimmt Gott (und damit auch den Menschen) die Gebete weg. Warum fragt keiner der Maßgebenden, gefällt es vielleicht bloß den Menschen, Jesus zu unterstellen, er ließe sich in eine Monstranz einschließen. Damit Menschen dann doch sagen können: "Hier ist Christus", davor hatte Jesus seine Jünger gewarnt. Warum wollen (im Menschen- Gestricktem) festgefahrene Theologen das Zeichen des sauber abgeschlossenen Paschamahl nicht sehen, daß da nämlich keine Reste übrig bleiben sollten. Noch einmal eine Frage: Will man das beim Anbeten ehren (anbeten), was eigenmächtige Theologen selbst strickten und was hörige Theologenjünger fleißig dem Laienvolk andrehten? Wenn man den Gott Abrahams (den Gott der Schrift und des Lebens) anbeten will, muß das Selbstgestrickte abgelegt werden, egal von wem das Selbstgestrickte ausging. Ohne redliche Frage an Gott und ohne konsequenten Gehorsam stehen Menschen am Ende ihres Lebens vor einem Scherbenhaufen eigenmächtiger Relgiosität. Und die vielen gegenseitigen Belobigungen und Bestärkungen, wie fest (Klartext: wie stur und unansprechbar) man im Glauben an die Kirche und an den unfehlbaren Papst war, sind die stinkend Spitze auf dem Scherbenhaufen.

Es ist bekannt, wie siegessicher die Kirche auch noch über gröbste eigenmächtige Entscheidungen hinwegeht und dabei signalisiert, man habe Gott einen Dienst getan. Erst recht wird im Anschluß an solche frevelhafte Eigenmächtigkeit ein ganzes Heer von Theologen bemüht sein, mit allerlei theologischen Spitzfindigkeiten das unangreifbare Bild kirchlicher Rechtschaffenheit herzustellen.

Aus dem weltlichen Bereich hörte ich ein Wortspiel, aus dem ich ein warnendes Wort baue: Der Gottesdienst findet zwar statt, aber angekommen ist er deswegen noch lange nicht.

Es gibt Predigtsätze, die wahr sind, aber angesichts grassierender Irrtümer über Gott fehl am Platz sind. So ein Satz kann auch deswegen fehl am Platz sein, weil das Sprachrohr dieses Satzes selbst solche grassierende Irrtümer pflegt. Ich hörte im Radio folgenden Satz vom Weltjugendtag in Köln: "Gott hält den Mächtigen seine wehrlose Liebe entgegen". Man wird es erleben, wie Gottes Liebe wehrhaft sein kann.

Nach einer Arbeitspause schaltete ich kurz das Fernsehen ein. Mein Mann ist Zeuge: Der erste Satz lautete: "Sie sind durchaus wehrig." 15 Uhr 22 Sat 1.

Im Internetbrief vom 14.8.98 berichtete ich einen Traum, den jemand in meiner Familie erlebte. Es war die Rede davon, daß Saul (der 1.König in Israel) wie später ein ungehorsamer König "in Ketten" war. Ein Mann, dessen Name sehr ähnlich klang wie Franziskus sagte spontan "positiv": Der wollte also selbst die Ketten, um sich z.B. wie ein Fakir über Pressur einen Vorteil zu verschaffen. Der träumende Mensch sagte: "Nein, sein "positives Denken" steckte in seinem Ungehorsam, er wollte sich durch "Sachen" (auch durch einen religiösen Vollzug, der ihm nicht erlaubt war [aktuelles Beispiel: Ablaßregeln]) Vorteile, Positives verschaffen. Deswegen kam er in Ketten, in die Verbannung.

Am 15.8.98 schrieb ich von der umgekehrten religiösen Verkehrtheit: 2 Chronik 27 "Jonatan war 25 Jahre alt, als er König wurde... Er tat, was in den Augen des Herrn recht war... Nur ging er nicht in den Tempel hinein (er blieb "außen vor")." Ich schrieb dazu: Ich kann nicht beurteilen, ob ihm in seiner Zeit dieser Schritt ("hinein ins Heilige", es geht ja nicht um stolzes Greifen nach Heiligem, solcher Frevel ist nicht gemeint) aufgetragen war.

Zum "privat gestrickten Jesusbild" schrieb ich "zufällig" etwas am 15.8.98: Ich hatte von einem "positiven Rundfunkprediger" geschrieben. Er hatte eine briefliche Mitteilung von mir äußerst billig abgetan mit dem Rat: "positives Denken". Ich hatte aber in meiner Mitteilung daran erinnert, daß seine Predigtaussage, Gott sei sozusagen die Regierungsform.egal. Er habe auch nichts gegen die Monarchie gehabt als Saul König wurde. Es kam mir vor als habe er meinen Brief nicht gelesen, sondern bei mir "negatives Denken" gewittert, weil ich an Gottes Verletzung erinnert hatte, bevor er nach deutlichen Vorwarnungen (1 Samuel 8,10- 18) dem Ruf des Volkes nach einem König nachgab. Seine Antwort an mich war der Wink mit dem Zaunpfahl: Denke positiv! Danach hörte ich im Traum: "Statt ... (Name des positiven Predigers) sagt Bismarck:"Beim Aufschreiben passierte mir dann die Umkehrung; "Statt Bismarck sagt ....(der Prediger)". Von Bismarck weiß ich, daß er einen Hang zur ganz privaten Innerlichkeit hatte. Was der kirchliche Rundfunkprediger aus der Bibel herauslas und dann in die Menge der Zuhörerschaft so ganz offiziell hinausposaunte, war ganz einfach das, was ihm ganz privat am besten gefiel. Ach, was ist sie doch so einfallsreich, diese gebildet, bildende Innerlichkeit auf den religiösen Marktplätzen des Landes. Manche treten betont bescheiden auf. Ich sah einmal im Traum einen Menschen, von dem in der Realität alle sagen, daß es ein sehr bescheidener gütiger Mensch sei. Im Traum kam dieser Mensch auf mich zu und ich fürchtete mich wegen der Macht- Ausstrahlung, die von ihm ausging. Später erfuhr ich, daß "Vorteilnahme" ihm zu Macht (zu Besitz) verhalf und wie willkürlich der Umgang mit diese Macht geschah. An dieser Stelle muß ich auf das Thema eines Briefs vom 28.4.86 zu sprechen kommen: In der Zeitung stand seinerzeit, wie die vereinten kath. Frauen bei einer Vereins- Veranstaltung den Worten des Frauenseelsorgers lauschten. In einem Vortrag wurde den Frauen klar gemacht, daß Menschen sich einen Satan konstruieren, weil sie de Verantwortung für ihr eigenes Tun nicht tragen wollen. Ich schrieb betont höflich, Verständnis dafür zeigend, wie man zu dieser irrigen Meinung kommen kann und wie und wann seine Aussage ein Stück Realität trifft. Ich machte aber auch klar, daß ich in dieser seiner Aussage kein harmloser Irrtum steckt. Ich bekam eine reichlich überhebliche Antwort. Daraufhin wurde meine Reaktion deutlicher. Zum Beleg meiner Aussage legte ich einen Briefdurchschlag eines früheren Briefs bei. Ich bat, daß er mir diesen Durchlag zurücksenden möge, weil es eine vertrauliche Mittelung war. Auf einer offenen Karte (Schmuckseite Reliquienkästchen)teilte er mir mit, bis zu dem und dem Datum könne ich mir den Durchschlag im Pfarrbüro selbst abholen. Diese Karte kam am Fest des Nepomuk (der für seine seelsorgerische Verschwiegenheit starb). Mein Mann holte den Durchschlag noch am gleichen Tag ab. Der Brief lag in Augenhöhe ohne Umschlag auf einem Schrank im Pfarrbüro. Mein Mann bat die Bedienstete um ein Kuvert. Aus dem Papierkorb entnahm sie dann ein Missio- Kuvert.

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